
Von Mietservern zum eigenen Rackspace
Unsere Hosting-Reise begann – wie bei vielen – im Jahr 2003 mit Standard-Mietservern. Doch schnell wurde klar: Die Systeme von der Stange mit Confixx, cPanel oder Plesk passten nicht zu unseren Anforderungen.
Wir wollten:
- Shared Storage
- flexibles Backup an anderem Standort
- Unabhängigkeit von Produktpaletten der Anbieter
- und vor allem volle Kontrolle bei Hardwareausfällen
Den endgültigen Ausschlag gab eine Negativerfahrung, die wir wohl nie vergessen werden: Bei einem defekten Mietserver tauschte der Anbieter die falsche Platte im RAID1. Ergebnis: 20+ Stunden Downtime – nur für ein eigentlich simples "degraded RAID" mit Plattentausch. Das war der Moment, an dem wir sagten: „Das können (und müssen) wir besser machen!“
Also wurden wir im Dezember 2007 Colocation-Kunde in Düsseldorf, zunächst bei MESH Solutions/Level3, später bei Plusserver nach deren Übernahme.
18 Jahre Infrastruktur im Eigenbau
Was mit ein paar Web-, Mail- und Datenbankservern begann, wuchs über die Jahre zu einer vollwertigen Infrastruktur:
- diverse Proxmox-Cluster mit NFS, iSCSI, GlusterFS und später Ceph
- Virtualisierung „hyperconverged“ (wie man so schön sagt)
- Storage- und Management-Netze mit erst Bonding/Multipath, dann 10 Gbps Glasfaser
- Live-Migrationen, automatisches Failover, umfassendes Monitoring
Kurz gesagt: Wir haben an der Hardware geschraubt, optimiert und gebastelt, bis wirklich alles so abstrakt und austauschbar war, dass Ausfälle kein Drama mehr waren.
Die Plattform lief fast 18 Jahre – betreut von einem kleinen Admin-Team, rund um die Uhr überwacht, mit einer Verfügbarkeit von über 99,9%.

Bemerkenswerte Ereignisse und Erkenntnisse
Natürlich lief nicht immer alles glatt – ein paar Anekdoten haben sich eingebrannt:
2016: Stromausfall Deluxe
Als die Stadtwerke Düsseldorf im Stadtteil Eller versehentlich den Strom kappten, zeigte sich, dass ein 10€-Bauteil (eine Batterie für das Failover-Watchdog-System) das Zünglein an der Waage sein kann. Ergebnis: 12 Stunden Dunkelheit und gespenstische Stille im gesamten Datacenter. Bonus-Fuckup: Der einzige Schlüssel für den Technikraum war beim Wachdienst hinterlegt – und natürlich nicht sofort greifbar. Und der Fingerprint-Reader am Eingang? Funktioniert ohne Strom bekanntlich auch nicht. Wenigstens gab’s für die ca. 50 angereisten Techniker Pizza und Getränke.
2017: Der Umzug ohne Downtime
Nach diesem Vorfall bot der Betreiber uns den Umzug in ein neu gebautes Datacenter an. Mit direkter Netzwerkverbindung zwischen altem und neuem RZ, cleveren Migrationstechniken und einer Menge Koffein haben wir das Kunststück vollbracht: Kompletter Umzug inklusive Hardware-Generationsupdate und Storage-Neukonzeption, ohne einen einzigen Kunden zu beeinträchtigen.
Immer wieder mussten wir dabei an ein uraltes legendäres Server-Umzugs-Video denken. Dort hatten Admins einen seit sieben Jahren laufenden Server mit Sackkarre, UMTS-Uplink, Batterie und U-Bahn durch Hamburg ins neue Rechenzentrum gefahren – ohne Uptime-Verlust. Wir haben es zwar etwas weniger spektakulär gemacht, aber Zero Downtime und der Spirit waren derselbe.

Gründe für den Weg in die Cloud
Am Ende sind es drei Gründe, die den Schritt in die Cloud unausweichlich gemacht haben:
- Fokus statt Schraubenzieher: Unsere Kernkompetenz ist die Entwicklung und das Betreiben anspruchsvoller Applikationen, nicht der Austausch von Platten. Cloud-Infrastrukturen nehmen uns den Hardware-Ballast ab und geben uns mehr Zeit für das, was unsere Kunden wirklich weiterbringt.
- Wirtschaftlichkeit & Nachhaltigkeit: Eigene Hardware bedeutet hohe Fixkosten, Abschreibungen, Vorhaltung von Ersatzteilen und regelmäßige Generationswechsel. Cloud-Ressourcen dagegen sind flexibel, werden fair nach Nutzung abgerechnet und wachsen genau im Moment des Bedarfs – statt auf Vorrat.
- Agilität & Zukunftssicherheit: Märkte und Projekte entwickeln sich immer schneller. Eine Infrastruktur, die sich in Minuten neu dimensionieren oder mit zusätzlichen Services (z. B. Kubernetes, S3, Firewalls) erweitern lässt, ist heute Standard – und das geht nur mit Cloud.
Der Abschied: Von Hardware zu Cloud
Seit einigen Jahren haben wir begonnen, Projekte zunehmend in die Cloud zu migrieren. Mit unserem Partner gridscale aus Köln fanden wir die perfekte Lösung:
- Dedizierte, hochverfügbare Infrastruktur auf Enterprise-Hardware – keine Performance-Einbußen, 24/7-Stabilität
- Dynamisches Scaling ohne Downtime – skalierbar in Echtzeit, betriebskritisch für globale Services
- Umfangreiches SDN-Setup – Software-defined Networking mit voller Kontrolle, komplexe Topologien möglich
- Sicherheit & Compliance auf EU/DE-Topniveau – ideal für globales Geschäft unter strengen Datenschutzvorgaben
- Cloud Brokerage & Multi-Cloud-Ecosystem – orchestrierte, flexible Cloud-Strategien ohne Lock-In
- Hyperkonvergente Infrastruktur – best-of-both-worlds: Cloud-Skalierung trifft Rechenzentrumszuverlässigkeit
In den letzten 18 Monaten haben wir Projekt für Projekt nahtlos migriert – wieder ganz ohne Downtime. Heute laufen all unsere Kunden und eigene Systeme dort, verteilt auf mehrere Failover-Zonen und Standorte.
Vorteile für unsere Kunden
- Skalierung per Schieberegler: RAM, CPU, Plattenplatz oder Services wie Object Storage, Firewalls, Load Balancer, VPN oder Kubernetes sind nur einen Klick oder ein Deployment entfernt
- Pay as you use: Minutengenaue Abrechnung statt Overprovisioning
- Performance, Datenschutz & Security: Geprüfte Datacenter in der EU, modernste Infrastruktur, Konformität & Zertifizierungen
- Agilität: Kein Warten auf Hardwarelieferungen – Ressourcen sind in Minuten verfügbar
Fazit & Ausblick
Nach fast 18 Jahren Hostingbetrieb in eigenen Racks sind wir froh, die Limits von Hardware, Lieferzeiten und 2-Uhr-Nachts-Plattenwechseln hinter uns gelassen zu haben.
Wir blicken mit einem Schmunzeln zurück – auf extrem viel Gelerntes, clevere Workarounds und Pizza vor einem dunklen RZ – und freuen uns auf die Zukunft: Cloud-only, mit voller Power für unsere Kunden.
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