Newsübersicht

KI macht Content billig. Gute Websites aber nicht.

Texte schreiben, Bilder erzeugen, Übersetzungen erstellen oder Code produzieren: Was vor wenigen Jahren noch Stunden oder Tage gedauert hat, lässt sich heute teilweise in wenigen Minuten erledigen. Generative KI hat die Produktion von Content grundlegend verändert und kann Redaktionen entlasten, Ideen liefern oder wiederkehrende Arbeitsschritte beschleunigen. Doch wenn Content immer einfacher produziert werden kann, entsteht gleichzeitig ein neues Problem: Es gibt plötzlich sehr viel davon und nicht alles davon wird gebraucht.

Verfasst von
Levin Thiel
Datum

Content ist nicht mehr der Engpass

Lange Zeit war die Produktion selbst ein großer Teil der Arbeit. Ein Fachartikel musste recherchiert und geschrieben, Bilder mussten produziert oder ausgewählt und Übersetzungen beauftragt werden. Auch neue Landingpages bedeuteten redaktionellen und technischen Aufwand.

KI senkt diese Hürden deutlich. Unternehmen können heute in kurzer Zeit Texte zu Produkten, Leistungen oder Themen erzeugen, passende Bilder erstellen und Inhalte übersetzen lassen. Die entscheidende Frage lautet deshalb immer weniger, ob wir Content produzieren können, sondern ob wir ihn überhaupt produzieren sollten.

Denn eine Website wird nicht automatisch besser, nur weil sie mehr Seiten hat. Wer ohne klare Struktur immer neue Inhalte veröffentlicht, schafft schnell ein Angebot, in dem Nutzer zwar viel finden könnten, aber immer schwerer das finden, was sie tatsächlich suchen.

Wenn alle Content produzieren können, wodurch entsteht Qualität?

Qualität entsteht nicht dadurch, einfach noch mehr KI einzusetzen. Sie beginnt bei der Auswahl der Themen, bei verlässlichen Quellen und Fachwissen sowie bei der Frage, welche Informationen für Nutzer wirklich relevant sind. Dazu kommen verständliche Sprache, gute Gestaltung und eine Informationsarchitektur, die Inhalte sinnvoll miteinander verbindet.

Manchmal entsteht Qualität auch dadurch, etwas bewusst nicht zu veröffentlichen. Eine KI kann problemlos zehn Varianten eines Textes erzeugen. Ob dieser Text im Gesamtkontext einer Website gebraucht wird, zu bestehenden Inhalten passt oder eine Information nur zum wiederholten Mal erzählt, bleibt eine redaktionelle Entscheidung.

Die eigentliche Arbeit verschwindet durch KI deshalb nicht. Sie verschiebt sich von der reinen Produktion stärker hin zu Auswahl, Einordnung und Qualitätssicherung.

Qualität endet nicht mit der Veröffentlichung

Mit qualivise.ai lassen sich Websites automatisiert auf typische Qualitätsprobleme prüfen. Dazu gehören unter anderem fehlerhafte Links, Rechtschreibfehler und Inkonsistenzen innerhalb der Inhalte.

Gerade bei Websites mit vielen Seiten und regelmäßig neuen Inhalten hilft eine solche automatisierte Qualitätssicherung dabei, Fehler frühzeitig zu erkennen und die Qualität dauerhaft auf einem hohen Niveau zu halten.

Eine Website ist kein Textordner

Das zeigt sich besonders bei größeren Websites. Bei einem Relaunch geht es nicht einfach darum, vorhandene Texte auf neue Seiten zu verteilen. Häufig beginnt die eigentliche Arbeit viel früher: Welche Inhalte gibt es, was davon ist noch relevant, was fehlt und welche Zielgruppen suchen nach welchen Informationen?

Beim Relaunch der Nachhaltigkeitsseiten von Siegwerk ging es beispielsweise nicht darum, möglichst viel neuen Content zu produzieren. Entscheidend war vielmehr, vorhandene Inhalte neu zu strukturieren, klarer zu gewichten und komplexe Themen verständlicher zugänglich zu machen.

Genau an solchen Stellen zeigt sich der Unterschied zwischen Content-Produktion und Web-Konzeption. Ein guter Text ist ein wichtiger Bestandteil einer Website, aber erst im Zusammenspiel mit Navigation, Gestaltung, Struktur und Nutzerführung wird daraus ein gutes digitales Angebot.

Struktur wird wichtiger, wenn Content wächst

Je mehr Inhalte eine Website besitzt, desto wichtiger wird die Struktur dahinter. Das lässt sich beispielsweise bei unserem Projekt für HEUKING gut sehen. Dort stehen Inhalte wie Anwälte, Fachgebiete, Publikationen und Veranstaltungen nicht einfach nebeneinander, sondern sind miteinander verknüpft.

Ein Anwalt arbeitet in bestimmten Rechtsgebieten, veröffentlicht Beiträge, hält Vorträge und ist an bestimmten Standorten tätig. Diese Informationen müssen nicht auf jeder Seite neu gepflegt werden, sondern können strukturiert erfasst und dort ausgespielt werden, wo sie benötigt werden.

Statt immer neue einzelne Seiten zu produzieren, entsteht so ein Datenmodell, das Informationen sinnvoll miteinander verbindet. Genau hier spielt auch ein CMS wie TYPO3 seine Stärke aus.

Was TYPO3 damit zu tun hat

Ein Content-Management-System kann nicht entscheiden, was guter Content ist. Es kann aber dafür sorgen, dass gute redaktionelle und konzeptionelle Entscheidungen konsequent umgesetzt werden.

Mit TYPO3 lassen sich Inhalte strukturiert erfassen, wiederverwenden und miteinander verknüpfen. Redaktionelle Rechte und Freigabeprozesse können abgebildet und Inhalte für verschiedene Bereiche einer Website genutzt werden. Gerade in einer Zeit, in der Content immer schneller entsteht, ist diese Struktur entscheidend.

Wenn neue Inhalte nur als einzelne Textblöcke produziert werden, wächst eine Website schnell unkontrolliert. Sind Informationen dagegen sauber strukturiert, lassen sie sich besser pflegen, aktualisieren und mehrfach einsetzen. Das CMS ist damit nicht nur der Ort, an dem Inhalte eingegeben werden, sondern bildet auch die Struktur ab, nach der eine Organisation mit Informationen arbeitet.

Auch KI-Suchen brauchen gute Quellen

Gleichzeitig verändert sich die Art, wie Nutzer Informationen finden. Neben klassischen Suchmaschinen werden KI-basierte Suchsysteme und Assistenten wichtiger, die Inhalte direkt zusammenfassen und Antworten erzeugen.

Damit gewinnt auch Generative Engine Optimization, kurz GEO, an Bedeutung. Dabei geht es nicht nur darum, zu bestimmten Suchbegriffen Inhalte bereitzustellen, sondern Informationen möglichst eindeutig, fachlich belastbar und nachvollziehbar aufzubereiten. Gute Quellen, klare Zusammenhänge und strukturierte Informationen werden dadurch noch wichtiger.

Auch hier hilft es wenig, möglichst viele ähnliche Texte zu erzeugen. Wenn das Web mit immer mehr generischem Content gefüllt wird, steigt der Wert von echten Informationen, Fachwissen und nachvollziehbaren Quellen.

KI als Werkzeug, nicht als Content-Strategie

Auch wir setzen KI in unserer Arbeit ein. Sie kann redaktionelle Prozesse unterstützen, Inhalte analysieren, Varianten erzeugen, Übersetzungen vorbereiten oder wiederkehrende Aufgaben automatisieren. Richtig eingesetzt spart sie Zeit und schafft Freiraum für andere Aufgaben.

KI allein ist aber keine Content-Strategie. Die interessantere Frage lautet deshalb nicht, wo wir noch mehr Content automatisch produzieren können, sondern wo KI dabei hilft, bessere Arbeit zu machen. Manchmal bedeutet das, einen bestehenden Text schneller zu überarbeiten oder große Mengen an Informationen zu analysieren. Und manchmal besteht die beste Entscheidung darin, keinen neuen Content zu erzeugen.

Fazit

Menschen besuchen eine Website nicht, weil dort besonders viele Texte stehen. Sie suchen Informationen, wollen eine Entscheidung treffen oder eine Aufgabe erledigen.

KI macht die Produktion von Content schneller und günstiger. Umso wichtiger werden Auswahl, Fachwissen, Struktur, Gestaltung und redaktionelle Verantwortung. Content zu produzieren wird immer einfacher. Eine Website zu bauen, die Menschen wirklich weiterhilft, nicht.